Profil
Die Wald-Stiftung: Entwicklung und nachhaltige Nutzung von Wald-Kulturlandschaften
Deutschland ist etwa zu einem Drittel mit Wald bedeckt. Diese Fläche von rund elf Millionen Hektar ist ein unersetzlicher Teil unserer Umwelt. Im dicht besiedelten
Industrieland erfüllt der Wald in hohem Maße Schutz- sowie Erholungsfunktionen und ist das prägende Element der seit Jahrhunderten intensiv genutzten Kulturlandschaft.
Neben vielen anderen Produkten liefert er Holz, den wohl wichtigsten erneuerbaren Roh- und Werkstoff sowie Energieträger der Zukunft.

Um den Erhalt, die Entwicklung und die nachhaltige Nutzung von Wald-Kulturlandschaften zu
fördern, wurde im Jahr 2004 die Wald-Stiftung gegründet. Es handelt sich um eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Münster. Der Regierungspräsident
Dr. Jörg Twenhöven (r.) hat sie am 1. November 2004 als selbständig und rechtsfähig anerkannt und die Stiftungsurkunde an Prof. Dr. Andreas Schulte (l.), den Leiter des
Wald-Zentrums sowie Herrn Franz Kretschmann (m.), den Präsidenten des Internationalen Instituts für Wald und Holz NRW e. V., übergeben.
Ziel der Wald-Stiftung ist es, mit systematischer Förderung relevanter Projekte den vermeintlichen Konflikt zwischen Schutz-, Erholungs- und Produktionsfunktionen der
Wald-Kulturlandschaft und nachhaltiger Nutzung aktiv aufzulösen: Der unschätzbare Wert für den Natur- und Umweltschutz, für die Erholung als auch die Sicherung der
nachhaltigen Holzproduktion soll erhalten und im öffentlichen Bewusstsein gestärkt werden. Denn die Forst- und Holzwirtschaft ist eine weltweit wachsende Branche und
hat in Deutschland große ökonomische und ökologische Bedeutung. Mit mehr als 1,2 Millionen Beschäftigten und einem Umsatz von über mehr als 170 Milliarden Euro stellt
sie andere Wirtschaftszweige wie die Chemische Industrie, die Elektrotechnik oder die Energiewirtschaft längst in den Schatten. Arbeitsmarktpolitisch und
volkswirtschaftlich bedeutende Branchen wie z. B. die Säge- oder Holzwerkstoffindustrie, die Papier- und Verpackungsindustrie, das Holzhandwerk, die Möbelindustrie
oder der Holzbau sind unmittelbar auf den Rohstoff Holz und damit die nachhaltig bewirtschaftete Wald-Kulturlandschaft angewiesen.
Denn Wald-Kulturlandschaften sind mehr als das Ökosystem Wald. Sie sind der vom Menschen nach seinen existenziellen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und
ästhetischen Bedürfnissen angepasste Raum mit Wald und verbundenen Alleen, Gärten, Parkanlagen, Höfen, Burg- und Schlossanlagen, Waldwegen, Bodendenkmalen, Hecken,
Hohlwegen und vielem mehr. Aus der Wald-Naturlandschaft wurde so in vielen Jahrtausenden die Wald-Kulturlandschaft. Das Erscheinungsbild der Landschaft Deutschlands
bzw. Mitteleuropas - und damit auch des Waldes - seiner Besitzverteilung, seiner Baumartenzusammensetzung, seiner Bewirtschaftungsform, seiner Bodenvegetation etc.
ist damit vor allem ein Ergebnis gesellschaftlicher und weniger ökologischer Prozesse. Dadurch ist die Wald-Kulturlandschaft nicht minder wertvoll.
Die Wald-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Zusammenhängen Rechnung zu tragen. Als "Stiftung zum Erhalt, zur Entwicklung und zur nachhaltigen Nutzung
von Wald-Kulturlandschaften" verfolgt sie einen ganzheitlichen, integrativen Ansatz, um das Konfliktpotenzial zwischen Schutz-, Erholungs- und Produktionsfunktion
zu überwinden.
Die Wald-Stiftung fördert:
- Wissenschaft und Forschung insbesondere in den Bereichen Wald- und Landschaftsökologie, Landschaftsarchitektur, Natur-, Umwelt-, Kulturlandschafts- und
Denkmalschutz, nachhaltiger Land-, Forst- und Holzwirtschaft sowie angrenzender Fachgebiete
- Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes, des Kulturlandschafts- und Denkmalschutzes, zur Förderung des Heimatgedankens sowie der Schloss-, Park- und
Gartenlandschaften
- Bildung, Kunst und Kultur im umfassenden Sinne in den benannten und angrenzenden Bereichen
- Projekte und Maßnahmen der internationalen Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe in den benannten und angrenzenden Bereichen.
Die Wald-Stiftung ist bei der Erfüllung ihrer Aufgaben selbstlos tätig und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung.
Stiftungsaufsichtsbehörde ist die Bezirksregierung Münster beziehungsweise das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.